Im August unternahm Musketier Jonathan Kalkuhl eine anderthalbwöchige Radreise von Ennepetal über Köln, Trier, die Vogesen, quer durch die Schweiz bis nach Südtirol. Die Route führte über einige der bekanntesten Alpenpässe Europas, darunter den Gotthardpass, das Stilfser Joch und den Arlbergpass. Auf insgesamt 1.560 Kilometern und 22.100 Höhenmetern erlebte er beeindruckende Landschaften, sportliche Herausforderungen, sommerliche Temperaturen und unvergessliche Momente zwischen Rhein, Alpen und Dolomiten. In diesem Reisebericht schildert Jonathan seine neuntägige Tour, die er vollständig in Eigenregie und mit vielen Übernachtungen unter freiem Himmel absolvierte.
Tag 1: Am 9. August startete ich morgens um 8:30 Uhr in Ennepetal und fuhr durch das Bergische Land Richtung Köln. Ich war gut gelaunt, voller Kraft und konnte daher direkt ein hohes Tempo anschlagen. Das Wetter war, um es vorwegzunehmen, während der gesamten Tour hervorragend. Teilweise stiegen die Temperaturen auf bis zu 39 Grad. Von Köln aus ging es mit leichter Steigung weiter in Richtung Trier, wo ich etwas abgelegen unter einem Aussichtsturm übernachtete. (244 km)
Tag 2: Um 7 Uhr startete ich in den Tag und fuhr durch Saarbrücken. Anschließend erreichte ich die französische Grenze und die Vogesen. Kräftige Anstiege und zahlreiche Kurven ließen die Landschaft fast wie die Voralpen wirken. Die Strecke machte viel Spaß, war aber gleichzeitig auch sehr anstrengend. (3.400 Hm und 116 km)
Tag 3: Von Colmar ging es nach Basel und anschließend quer durch die Schweiz an Zürich vorbei. Südlich von Luzern erreichte ich den Anstieg zum Gotthardpass. Im erstbesten Dorf nutzte ich die Gelegenheit, es mir vor dem Eingang einer Dorfkirche gemütlich zu machen und dort meinen Schlafsack auszubreiten. (2.300 Hm und 134 km)
Tag 4: Der Tag begann um 6 Uhr mit dem langen und stetigen Anstieg zum Gotthardpass auf 2.106 Metern Höhe. Oben genoss ich kurz die beeindruckende Aussicht, bevor ich mich gut gelaunt in die Abfahrt stürzte. Über die alte Gotthardstraße brachte mich das Kopfsteinpflaster zusammen mit meinem Rad ordentlich zum Vibrieren. Die Abfahrt hatte es wirklich in sich und führte stetig Richtung Bellinzona. Nach über einer Stunde erreichte ich das Tal und wurde mit einer beeindruckenden Landschaft aus Palmen, Bambus und den typischen Tessiner Häusern belohnt. Über die Grenze hinweg erreichte ich schnell den Lago Maggiore mit seinem türkisblauen Wasser. Anschließend führte die Strecke über einen weiteren Berg zum Luganer See. Dort gönnte ich mir bei 39 Grad eine Abkühlung und sprang samt Kleidung ins Wasser. Das Tagesziel war die Mitte des Comer Sees. Am Abend übernachtete ich auf einem Spielplatz. (3.200 Hm und 247 km)
Tag 5: Vom Comer See ging es zunächst rund 100 Kilometer bis nach Bormio. Danach folgte der anspruchsvolle Anstieg zum Stilfser Joch. Oben angekommen war es nach den zahlreichen Kehren leicht neblig und mit nur 6 Grad erstaunlich frisch für Mitte August. Leider hatte es zuvor stark geregnet, sodass die Abfahrt nass und anspruchsvoll war. Unten angekommen fuhr ich weiter bis nach Meran. Kurz hinter der Stadt suchte ich mir eine gemütliche Bank für die Nacht. Nach diesem anstrengenden Tag schlief ich wie ein Stein. (2.900 Hm und 235 km)
Tag 6: Halbwegs ausgeschlafen fuhr ich an Bozen vorbei ins Pustertal. Auf einem Bauernhof am Pragser Wildsee ließ ich den Tag gemütlich ausklingen. (1.500 Hm und 116 km)
Tag 7: Der Morgen begann mit einem guten Bauernfrühstück und einem kurzen Abstecher zum Pragser Wildsee. Anschließend ging es weiter zum Antholzer See. Von dort aus fuhr ich den Staller Sattel auf 2.052 Meter Höhe hinauf und wieder hinunter. Zum Abschluss des Tages besichtigte ich noch die Biathlon-Arena in Antholz. Die Nacht verbrachte ich erneut auf dem Bauernhof. Das war mein Entspannungstag. (1.600 Hm und 85 km)
Tag 8: Am vorletzten Tag ging es entspannt durch das Pustertal nach Sterzing, über den Brennerpass nach Innsbruck und von dort weiter nach Imst und Zams. Außerhalb des Dorfes fand ich eine Schutzhütte zum Übernachten. (1.900 Hm und 200 km)
Tag 9: Am letzten Tag führte die Strecke über den Arlbergpass nach Bludenz und Feldkirch. Der Arlbergpass war kurz, aber äußerst anspruchsvoll. Anschließend ging es weiter über Bregenz und Lindau an den Bodensee, bevor ich durch das Allgäu meinem Ziel entgegenfuhr. Endpunkt der Tour war Bühl am Alpsee, wo ich mich mit meiner Familie verabredet hatte.
Fazit: Es war eine fantastische Tour durch viele beeindruckende Landschaften. Die bekannten Pässe wie der Gotthardpass, das Stilfser Joch und der Arlbergpass waren einzigartige Erlebnisse und zugleich sehr fordernd. Am Ende standen 1.560 Kilometer und 22.100 Höhenmeter auf dem Tacho. Außerdem habe ich während der Tour rund sechs Kilogramm Gewicht verloren.