Aktuelles

Sportler der Woche (IV)

Im samstäglichen Wuppertaler Sportteil der Westdeutschen Zeitung gibt es seit längerem die interessante Rubrik „Sportler der Woche“. Hier werden Wuppertaler Sportlerinnen und Sportler porträtiert, die in der letzten Zeit durch herausragende Leistungen und Ergebnisse aufgefallen sind.

Der Musketier-Fahrer Ben Jochum wurde in dieser Woche bereits zum vierten Mal in seiner Karriere als „Sportler der Woche“ portraitiert. Der Anlass war sein Gewinn der Weltmeisterschaft in der Mannschaftsverfolgung (U19).

Die Reihe aus bislang vier Beiträgen (2018, 2019, 2020) reflektiert Bens Werdegang als Straßenradsporttalent.
(kv)

Westdeutsche Zeitung am 11.September 2021

Wir trauern um Horst Stiefeling

Am Montag, den 30.August 2021, ist unser Radsportkollege Horst Stiefeling (sen.) von uns gegangen. Er wurde 89 Jahre alt.


Horst war einer der ersten neuen Mitglieder nach der Gründung des RC Musketier Wuppertal und somit seit über 50 Jahre im Verein. In seiner aktiven Zeit als Radrennsportler gehörte er als Profi- und Amateurrennfahrer zu den erfolgreichsten Fahrern der Region. In St. Johann hatte er mehrmals den Weltpokal der Senioren gewonnen. Von 1976 bis 1998 war Horst, mit einer kleinen Pause, der 1.Vorsitzende unseres Vereins.
Wir trauern um seinen Tod und sind in unseren Gedanken allen Angehörigen.

Die Beisetzung von Horst Stiefeling findet am Dienstag, den 7.September 2021, um 13 Uhr auf dem Evangelischen Friedhof Cronenberg (Solinger Straße 65) statt. Die Familie Stiefeling würde sich freuen, wenn viele Musketiere zur Beisetzung kämen.
Der Vorstand
(kv)

Horst Stiefeling war schneller als die Schwebebahn

Im Jahr 1976 wurde die Wuppertaler Schwebebahn 75 Jahre alt. Die Feierlichkeiten beinhalteten am 30.Mai 1976 (einem Sonntag) ein Wettrennen zwischen der Schwebebahn, einem ebenso altem Motorrad, einem Porsche, zwei Läufern und einem Fahrradfahrer. Genauer gesagt eines damals erfolgreichen Wuppertaler Rennradfahrers – dem Musketier Horst Stiefeling. Der Zeitungsartikel von dem folgenden Tag berichtet über ein Wettrennen, das auf den ersten Blick ein wenig an die Ausgangslage bei dem Rennen zwischen Hase und Igel erinnert:

Der Start war an der Schwebebahnendstation in Vohwinkel, das Ziel war die zweite Endstation in Oberbarmen. Dazwischen liegen knapp 14 km Straße. Die Rennstrecke, also B228 und B7, waren nicht gesperrt. Das Rennen wurde unter Einhaltung der Verkehrsregeln und des Fahrplanes durchgeführt. Die Schwebebahn musste an jeder Station anhalten.

Dass der Fahrradfahrer als Erster in Oberbarmen ankommen würde, war sicherlich eine Überraschung. Horst Stiefelings Vorteil war jedoch, dass er sich an roten Ampeln an den wartenden Autos nach vorne schlängeln konnte, während sich der zwischen den Ampeln schnellere Porsche hinten anstellen musste. Wenn die Ampelschaltungen und Verkehrsdichte 1976 ähnlich wie heutzutage waren, dann lässt sich der Erfolg der Radfahrers gut nachvollziehen.

Alltagsradler können sowieso bestätigen, dass Fahrradfahrer in Städten nicht viel langsamer vorankommen als Autos und nicht langsamer als der ÖPNV sind.
(kv)

RTF-Saison 2021

Durch die Verbesserung der Pandemiesituation im Juni können und wollen viele Radsportvereine ihre geplanten oder in den Sommer verschobenen Radtourenfahrten durchführen. Die Rahmenbedingungen werden jedoch anders sein als es die Radsportler gewöhnt sind.

Jeder Verein hat seine Hygiene- und Organisationskonzepte. Bei vielen Veranstaltungen wird man nicht mehr ohne Voranmeldung an den Start kommen können. Einige Vereine wollen das RTF/CTF-Meldemanagement-System des Radsportverband Nordrhein-Westfalen nutzen. Darüber ist auch die sofortige Bezahlung der Startgebühr möglich und in der Regel erforderlich.

Es ist schön, dass nun wieder RTFs bzw. CTFs stattfinden und gefahren werden können. Eine spontane Teilnahme wird oft nicht möglich sein. Außerdem ist es wichtig sich frühzeitig auf den Netzseiten der veranstaltenden Vereins über den Ablauf vor Ort informiert.
(kv)

Bens Start in die erste Saison als Junior (U19)

Ben beim Training, irgendwo bei Freiburg

Seit Ende 2020 bis heute, Ende Juni 2021, war für mich trotz der schwierigen Umstände ziemlich viel Programm angesagt.

Angefangen hat alles Anfang Dezember 2020, als ich eine E-Mail des Bund Deutscher Radfahrer erhielt. In dieser hieß es, dass ich nach Frankfurt (Oder) zu einem zweiwöchigen Grundlagenausdauer-Lehrgang der Bahn-Nationalmannschaft eingeladen bin.
Ab dann wurde meine Saison 2021 ziemlich voll. Von Anfang Dezember bis Mitte Mai war ich nämlich insgesamt 10 Wochen auf weiteren Lehrgängen des BDR und hatte dort die Chance mich neben dem normalen Training auch bei internen Sichtungsrennen für die Bahn-EM und sogar die Bahn-WM in Kairo zu qualifizieren. Von diesen 10 Wochen waren 2 Wochen ein Trainingslager in Freiburg mit den Straßenfahrern zusammen.

Neben dem spezifischen Bahntraining mit den Bahn-Zeitfahrrädern, welches aus einem Vierer und kurzen Einheiten bestand, ging es auch häufig für lange Grundlageneinheiten mit den Straßenrädern raus. Meistens leider bei schlechtem Wetter. Manchmal mussten wir die Grundlageneinheiten sogar auf Grund schlechtem Wetters nach drinnen verlegen und dann 3 Stunden auf den Rollen in der Höhenkammer fahren. Zusätzlich zum Radtraining ging es auch häufig in den Kraftraum, wo wir natürlich hauptsächlich Beine, aber auch Rumpf und Oberkörper trainierten. Aber natürlich wurde nicht nur trainiert. Wir hatten an den Ruhetagen immer „Schule“ unter Aufsicht eines Betreuers – sogar Klausuren konnten nachgeschrieben werden.

Untergekommen sind wir immer in der anliegenden Kaserne der Bundeswehr und gegessen wurde in der Kantine. Leider war dort das Essen nicht s, wie ich es erwartet hätte. Denn es gab eigentlich, neben einer kleineren Auswahl anderer Gericht, jeden Tag Schnitzel mit Bratkartoffeln.

Die internen Sichtungsrennen dienten als Ersatz zu den ausgefallenen Rennen und brachten ein wenig Abwechslung. Bei allen drei Sichtungsrennen konnte ich in allen Disziplinen – 200 m, 1.000 m, 3.000 m, Scratch, Ausscheidungsfahren und Vierer – persönliche Bestleistungen fahren. Insbesondere in den Einzelstartdisziplinen fuhr ich meistens auf Platz drei. Mit dieser Leistung als erstjähriger U19-Fahrer bin ich immer noch sehr zufrieden und hoffe, dass ich bei der DM-Bahn in Köln vom 6. bis 11.Juli 2021 erneut Topplatzierungen einfahren kann, sodass ich mich für die EM und die WM qualifiziere.

Viel Zeit mich zwischen und nach den Lehrgängen zu entspannen gab es aber nicht. Die Schule ging weiter und mit dem Einstieg in die U19 kam auch das Thema Zeitfahrrad dazu. Mein jetziges Zeitfahrrad konnte ich mit Hilfe von Sponsoren fertigstellen und fuhr direkt bei der LVM Einzelzeitfahren auf Platz 2.
Neben dem Zeitfahrrad ging es aber auch mit den U19 internationalen und Bundesligarennen los.

Trotz der Probleme überhaupt Radrennen stattfinden zu lassen, konnte ich ab Februar folgende Rennen bestreiten: Kirschblütenrennen in Österreich, Tschechien, Karbach, Bahnrennen in Singen, LVM NRW in Elsdorf, Stuttgart und Gippingen (Schweiz).

Mein erstes Rennen für mein neues Bundeligateam „Rose-NRW“ war das internationale 1.1 UCI Rennen in Tschechien. Die Rennen in der Juniorenklasse sind in der Regel über 100 km lang und mit Starterfeldern bis zu 180 Fahrern.

Am 27. Juni ging es dann weiter mit der DM Straße in Bolanden.

Um mein Zeitpensum mit Training, Wettkämpen und Schule besser zu bewältigen, habe ich mich entschlossen, auf das Sportinternat des 1. FC Köln zu wechseln und dort mein Abitur zu machen. Ich bleibe dem RC Musketier aber natürlich weiterhin erhalten und danke allen für Eure Unterstützung.
Euer Ben
(bj)