Horst Stiefeling war schneller als die Schwebebahn

Im Jahr 1976 wurde die Wuppertaler Schwebebahn 75 Jahre alt. Die Feierlichkeiten beinhalteten am 30.Mai 1976 (einem Sonntag) ein Wettrennen zwischen der Schwebebahn, einem ebenso altem Motorrad, einem Porsche, zwei Läufern und einem Fahrradfahrer. Genauer gesagt eines damals erfolgreichen Wuppertaler Rennradfahrers – dem Musketier Horst Stiefeling. Der Zeitungsartikel von dem folgenden Tag berichtet über ein Wettrennen, das auf den ersten Blick ein wenig an die Ausgangslage bei dem Rennen zwischen Hase und Igel erinnert:

Der Start war an der Schwebebahnendstation in Vohwinkel, das Ziel war die zweite Endstation in Oberbarmen. Dazwischen liegen knapp 14 km Straße. Die Rennstrecke, also B228 und B7, waren nicht gesperrt. Das Rennen wurde unter Einhaltung der Verkehrsregeln und des Fahrplanes durchgeführt. Die Schwebebahn musste an jeder Station anhalten.

Dass der Fahrradfahrer als Erster in Oberbarmen ankommen würde, war sicherlich eine Überraschung. Horst Stiefelings Vorteil war jedoch, dass er sich an roten Ampeln an den wartenden Autos nach vorne schlängeln konnte, während sich der zwischen den Ampeln schnellere Porsche hinten anstellen musste. Wenn die Ampelschaltungen und Verkehrsdichte 1976 ähnlich wie heutzutage waren, dann lässt sich der Erfolg der Radfahrers gut nachvollziehen.

Alltagsradler können sowieso bestätigen, dass Fahrradfahrer in Städten nicht viel langsamer vorankommen als Autos und nicht langsamer als der ÖPNV sind.
(kv)